8. Tag
23. August – Chetwynd, Moberly Lake, Hudson’s Hope, Peace River,
Fort St.John
Nach einer sehr kalten Nacht machen wir uns zu dem vorgeschlagenen Spaziergang durch den Wald auf. Unser Spaziergang entwickelt sich zu einer abenteuerlichen Schnitzeljagd durch die Wildnis. An manchen Stellen können wir nur noch raten wie es weitergeht: Die Markierungen fehlen teilweise. So versuchen wir anhand des Pfades, der an manchen Stellen schon fast wieder zugewachsen ist, unseren Weg zu finden. Richtig spannend! Nach 1,5 Stunden glauben wir endgültig aufgeben zu müssen; wir stehen zwischen hüfthohen, stacheligen Farnkräutern und es ist nicht mehr zu sehen, wie es weitergeht. Dafür können wir aber unser Ziel, den Wasserfall, hören. Und wir hören noch etwas: ... Einige Meter vor uns reißt ein sehr großes Tier Blätter von jungen Bäumen und lässt das Unterholz krachen. Man kann schemenhaft einen großen, dunklen Schatten sehen. Da es hier keine Elefanten gibt, kann das nur ein Bär sein.
Als er unsere Stimmen hört macht er sich in
Gegenrichtung davon. Man kann deutlich hören, dass da einige Kilos die Äste auf
dem Waldboden klein machen. Nach kurzer Diskussion, ob wir noch den Wasserfall
besuchen, sind wir uns einig schnellstens den Wald wieder zu verlassen.
Eigentlich sehr schade, aber wir haben einfach keine Erfahrung, wie man sich
verhält, wenn man plötzlich einem Bären gegenüber steht.
Anschließend fahren wir nach
Chetwynd und von dort noch etwas weiter in den Norden Richtung Fort St. John.
Eine wunderschöne, weite Landschaft mit glänzenden Seen erwartet uns und wir
stellen fest, dass wir wahnsinnig gerne auch Alaska kennenlernen würden. Am
Moberly Lake wird Kaffeepause eingelegt. Wir sind dort die einzigen Menschen.
Weiter geht’s vorbei an Nordamerikas größtem Stausee nach Hudson’s Hope, eine
sehr gepflegte und hübsche Kleinstadt inmitten der großen Einsamkeit. Die
Menschen dort müssen sehr lange fahren, um zum nächsten Ort zu gelangen. Wir
sind beeindruckt, wie man so leben kann. Der Peace River schlängelt sich hier
zwischen weichen Hügeln hindurch und begleitet uns von Hudson’s Hope bis
Fort
St. John. Dazwischen liegen gigantisch große Felder, die bewirtschaftet werden.
Jetzt zum Herbst hin leuchtet das Korn goldgelb in der Sonne. Aber außer einigen Pferden auf Koppeln und 3 Rehen, die vor unserem Wohnmobil über die Straße laufen, sind keine Lebewesen zu sehen. Wir kreuzen den Highway nach Alaska und suchen uns den nächsten Campground – Charlie Lake R.V. Wie so oft hört man diesen Highway auch noch nachts im Bett sehr deutlich.